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WISSENSWERTES

Mit dem richtigen Format zum Ziel

TRAINING, WEBINAR, KURS, COACHING ODER FACILITATION?!?

Wer mit Aus- und Weiterbildung zu tun hat, stellt sich vielleicht die Frage, wie sich die unterschiedlichen Formate unterscheiden. Auch wenn die Begriffe geläufig sind, etablieren sich in der Praxis zunehmend hybride Mischformen der Formate und Kombinationen von Methoden. So wird es für Entscheiderinnen und Entscheider schnell unübersichtlich. Zur Vermeidung von Missverständnissen ist ein gemeinsames Verständnis wichtig. Was ist die Zielsetzung, wer ist die Zielgruppe, welche Inhalte sollen vermittelt werden und wie lange sollte es dauern?

Nachstehend möchten wir Ihnen Orientierung im Begriffs-Dschungel geben. Hier sind die aus unserer Sicht wesentlichen Unterschiede diverser Weiterbildungsformate.

Inhaltsübersicht

1. Schulung

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In Schulungen ist das Ziel, vordefinierte Themen zu erlernen. Es geht um den Wissenserwerb und den Erfahrungsaustausch in einer relativ kleinen Gruppe. Unternehmen setzen Schulungen ein, um die Fähigkeiten und Fachkenntnisse der Mitarbeiter zu erweitern. Mitarbeiterschulungen können inhouse durch eigene Mitarbeiter durchgeführt werden oder an einem externen Ort mit Hilfe von Schulungsleitern. Immer aber geht es darum, dass ein Experte Fachwissen vermittelt und eine Gruppe moderiert. Häufig hört man in dem Zusammenhang von Produktschulungen, Geräteschulungen oder Hardware oder Software-Schulungen. Hier verstehen wir Schulungen als Überbegriff für die Formate Seminar und Webinar.

2. Seminar

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In Seminaren werden Teilnehmenden Fachwissen vermittelt, um komplexe Zusammenhänge von Sachverhalten zu verstehen. Auch geht es um und den Erfahrungsaustausch mit anderen. Je kleiner die Gruppe, desto intensiver die Einbindung des Einzelnen und somit auch der Wissenserwerb. Der Seminarleiter oder -leiterin ist Experte und gibt Fachkenntnisse und Erfahrungen weiter. Das kann je nach Thema des Seminars in Form eines Vortrags sein oder aber als praktische Ausübung mit Hilfestellung. Firmen setzen interne Seminare ein, wenn es um betriebliche Veränderungen geht, die eine mittlere Personengruppe betreffen. Etwa die Einführung einer neuen Software. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch offene Seminare eines externen Anbieters. Gewöhnlich sind Seminare recht kurz und finden nur einmalig statt. Seminare werden in Räumlichkeiten des Unternehmens (inhouse), des Anbieters oder an einem externen Ort angeboten. Das digitale Format eines Seminars ist das Webinar, welches zum E-Learning gehört.

Beispiele für Themengebiete: Führung eines diversen Teams, Konfliktmanagement, Burnout und Boreout Prävention.

3. Webinar

(c) Chris Montgomery – unsplash.com

Im Prinzip können Schulungen als Präsenz-Veranstaltung oder virtuell als Online-Schulungen durchgeführt werden. Ein Webinar ist eine Wortschöpfung aus Seminar und Web. Es wird live durchgeführt oder kann unabhängig von Zeit und Ort mit einem Zugang im Netz abgerufen werden. In der Praxis ist der Begriff geprägt von Online-Veranstaltungen, die zu Marketing- und Verkaufszwecken zumeist kostenlos angeboten werden. Kostenpflichtige Veranstaltungen werden eher als Online-Seminare und Online-Kurse bezeichnet. Dies mag aber von Anbieter zu Anbieter verschieden sein. Inhaltlich unterscheiden sich Online-Seminare und Online-Kurse nicht wesentlich von den Seminaren und Kursen in Präsenz. Mit Hilfe von digitalen Tools und Videos schulen Leiter die Mitarbeiter inhaltlich ebenso gut. Der Unterschied besteht in der Didaktik, also der Art und Weise wie Inhalte vermittelt werden, da die Interaktion in der Gruppe Unterschiede aufweist und Ermüdungserscheinungen schneller eintreten.

4. Kurs

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In einem Kurs liegt der Fokus auf der kompakten und praxis- und anwendungsbezogenen Vermittlung eines Themenbereichs. Die Dauer ist in der Regel kürzer als bei einem Seminar. Kurse können einmalig oder in abgestimmter Folge von Einheiten stattfinden. Teilnehmer erwerben Qualifikationen, die im Beruf das Vorwärtskommen fördern. Am Ende gibt es eine Teilnahmebestätigung. Das digitale Format eines Kurses ist der Online-Kurs, der wie das Webinar in die Kategorie E-Learning fällt.

In Abgrenzung: Ein Lehrgang ist wie ein Kurs aufgebaut, jedoch schließt dieser meist mit einer Abschlussprüfung ab, die die Teilnehmer bestehen müssen und eine Qualifikation nachweist.

Beispiele für Themengebiete: Fremdsprachenkurs, EDV-Kurs, Vorbereitungskurs auf die AEVO-Prüfung der Handelskammer

5. Online-Kurs

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Online-Kurse und Kurse in Präsenz sind inhaltlich vergleichbar. Wie beim Webinar setzen Kursleiter digitale Tools ein, um Mitarbeiter zu schulen. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Didaktik und der Einsatz der digitalen Medien bzw. Tools, um Inhalte kurzweilig und interaktiv zu erläutern und die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. (Rest siehe Webinar)

6. Training

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Ursprünglich stammt der Begriff Training aus dem Sportbereich. Heute wird eine Vielzahl von Trainings in unterschiedlichen Disziplinen außerhalb des Sportmanagements angeboten. Im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen für Erwachsene ist das Ziel, eine neue, andere Verhaltensweise in einer konkreten Situation einzuüben. Anders als beim Seminar steht nicht der Wissenserwerb im Vordergrund, sondern die konkrete Umsetzung in der Praxis. Menschliches Verhalten wird durch dynamische Interaktion und Kommunikation mit einem Gegenüber geprägt. Insofern beinhalten die Trainingsthemen in der beruflichen Erwachsenenbildung allesamt soziale und psychologische Komponenten. In der Regel sind die Gruppengrößen kleiner, um möglichst viele Übungen und intensive Interaktion unter den Teilnehmenden zu ermöglichen. Der Trainer liefert kürzere inhaltliche Impulse und leitet die Teilnehmenden dann an. Trainings finden häufig an einem externen Seminarort oder beim Anbieter statt.

Beispiele für Themengebiete: Kommunikationstraining (Konfliktmanagement), Verhandlungstraining, Teamtraining, Telefontraining, Verkaufstraining. (Unser Angebot)

7. Workshop

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Unter einem Workshop (oder auch Arbeitsgruppe oder Arbeitskreis) versteht man eine zeitlich begrenzte Veranstaltung, bei der sich eine kleine Gruppe unter Anleitung einer Moderatorin mit einem Thema auseinandersetzt. Ziel ist, gemeinsam Lösungen und Ergebnisse für eine konkrete Problemstellung zu erarbeiten. Es geht darum neue Ideen, Strategien, betriebliche Arbeitsabläufe der Umgang mit Situationen zu entwickeln.

Workshop Moderatoren lenken die Kommunikation innerhalb der Gruppen und greifen in Diskussionen ein, wenn diese abschweifen und nicht der Lösungsfindung dienen. Auch deeskalieren sie bei Konflikten, die auf der Beziehungsebene geführt werden und sind für die schriftliche Erfassung der Ergebnisse verantwortlich, sodass die Teilnehmenden sich auf den Prozess der Lösungsfindung konzentrieren können. Am Ende wird durch die gute Kooperation innerhalb einer Gruppe ein gemeinsames Arbeitsergebnis erzielt. Am Anfang gibt es ein Problem und am Ende hat die Gruppe idealerweise die Lösungen.

Beispiele für Themengebiete: Teamentwicklung, gelungene Kommunikation mit Kund:innen, Feedbackkultur entwickeln, Kick-Off eines internationalen Projekts, On-Boarding internationaler Mitarbeiter:innen, Selbst- und Stressmanagement, Gesundes Führen (Unser Angebot)

8. Facilitation

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Immer häufiger taucht in Fort- und Weiterbildungsprogrammen der Begriff Facilitation (aus dem Englischen sinngemäß „Erleichterung“) auf. Bei diesem Format handelt es sich um eine Veranstaltung – ähnlich einem Workshop – bei der eine Gruppe von Mitarbeitern an der Lösung von Problemstellungen gemeinsam arbeitet. Der Unterschied zum Workshop mag darin liegen, dass die Zielsetzung klar definiert und nicht ergebnisoffen ist. In Abgrenzung zur Moderation ist der Prozess der Ideen- und Lösungsfindung offener, während Moderatoren einer vorab definierten Agenda folgen. In Bezug auf groß angesetzte Ideen- und Innovations- Workshops von 20 und mehr Personen kann der Facilitator durch zielorientiertes Lenken und Steuern der Gruppe die Qualität der Ergebnisse positiv beeinflussen und durch Anleitungen chaotische Unproduktivität vorbeugen. Ähnlich zum Moderator ist die Aufgabe, komplett neutral und ergebnisoffen für alle Beiträge zu sein.

Beispiele für Themenstellungen: Entwicklung einer Unternehmenskultur (Feedbackkultur), gesamtbetriebliche Abläufe oder Arbeitsabläufe, Umsetzung von klar umrissenen Unternehmenszielen. (Unser Angebot)

9. Einzel Coaching

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Beim Einzel Coaching geht es im Kern um eine prozessorientierte Beratung eines Mitarbeiters oder Mitarbeiterin (Coachee) durch einen ausgebildeten Coach. Das Ziel ist, den Coachee darin zu unterstützen, die vorhandenen Stärken und Kompetenzen zu erkennen und zielführend zu nutzen. Dabei steht im klassischen Sinne die Selbstreflexion im Vordergrund. Business Coaches schlagen in der Regel keine Lösungen vor, sondern bestärken den Coachee die eigenen Ressourcen zu nutzen und nach Lösungen zu suchen. In der Praxis verwischen jedoch die Grenzen zum Berater oft. Es werden Lösungswege aufgezeigt, aus denen der Coachee entweder auswählt oder die ihm oder ihr als Ideen und Impulse für eigene Ideen dienen. Die Berufsbezeichnung des Coaches ist rechtlich nicht geschützt, sodass Auftraggeber darauf achten sollten, ob eine entsprechende Ausbildung und Zertifizierung nachgewiesen werden kann. Coaching fokussiert die Reflexion der Kompetenzen mit dem Blick auf die Gegenwart und Zukunft, um berufliche Zwickmühlen besser zu meistern.

Beispiele für Anlässe: Standortbestimmung, Neuanfang, Konflikte mit Kolleg*innen oder Vorgesetzten, Karrierewechsel, Kündigung, Mobbing, Zeit- und Selbstmanagement. (Unser Angebot)

Abgrenzung zu Therapie durch Psychotherapeut:innen und Psycholog:innen: In einer Therapie verarbeiten Patient:innen einschneidende Erlebnisse aus der Vergangenheit, wenn sie diese noch immer belastend erleben bzw. zu Reinszenierungen in der Gegenwart führen. Ziel ist es, günstigere Gedanken zur Vergangenheitsbewältigung zu finden.

Abgrenzung zu Mentoring: Mentoring kann als eine Beziehung auf Augenhöhe zwischen einer erfahreneren Person (Mentor:in) mit einer weniger erfahrenen Person (Mentee) verstanden werden. Ziel dieses „One to One“ oder Tandem-Mentoring ist die Persönlichkeitsentwicklung und Karriereförderung des Mentee, zum Beispiel durch den Aufbau von Karriere-Netzwerken.

10. Hybridformen (Blended Learning)

In so genannten hybriden Formaten, wie zum Beispiel dem Blended Learning, werden verschiedene Formen miteinander kombiniert. Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Die Teilnehmenden treffen sich an unterschiedlichen Orten, um gemeinsam an einem Online-Kurs (live) teilzunehmen. Im Nachgang bekommt jeder Teilnehmende kurze Inputs per Video verbunden mit Aufgaben zur individuellen Bearbeitung. Im Plenum nimmt die Gruppe dann an einem Präsenz-Training teil, um das erlernte Wissen in Verhaltensweisen zu übertragen und zu trainieren.